Mitschriften von der GUI&Design 2013: Usability und User Experience Design

10. Januar 2014

Usability: Zwischen Betriebsanleitung, Produktentwicklung & Marketing
Johannes Robier

Der Leitspruch dieses Vortrags lautete: „Einfachheit geht vor Komplexität“. Die Frage die man sich also zunächst stellen sollte: „Was will der Kunde und was will der Nutzer?“. Demnach ist ein wesentlich größerer Aufwand nötig, etwas so zu gestalten, dass es nicht nur benutzbar ist sondern, dass die Benutzung auch möglichst simpel ist.
Anhand einiger Beispiele erklärte Johannes diese Theorie noch etwas näher. In den Beispielen wurde besonders deutlich, dass bei der Vereinfachung einer Steuerung auf die Bedürfnisse der verschiednene Nutzergruppen intensiv eingegangen werden muss und das besonders darauf zu achten ist, dass trotz aller Vereinfachung eines bestehenden Systems am Ende das Grundsystem noch zu erkennen ist, um die Vorteile einer bereits gewonnenen Gewöhnung der Nutzer nicht zu gefährden.
Die Kernesenz der verschiedenen Beispiele war die Erkenntniss, dass Menschen keine Veränderung wollen aber gerne eine Verbesserung annehmen. Echte Reduktion dreht sich daher immer um die Ausrichtung nach dem „Herzstück“ eines Systems.

Experience Design – Erlebnisse durch Technik
Marc Hassenzahl

Dieses Thema erfreute sich besonderer Beliebtheit beim Publikum und fand großen Zuspruch auf der Veranstaltung. Der Vortrag handelte von der leider oft vernachlässigten Gefühlsebene bei IT-Projekten. Marc stellte verschiedene Usertests vor, bei denen die Reaktion von Nutzern auf bestimmte neue Produkte getestet wurde, mit besonderen Augenmerk auf die Empfindungen, die sie dabei verspürten.
Vorgestellt wurde unter anderem ein Kissen, das die motorischen Bewegungen von einem Stück auf ein anderes überträgt oder ein Navigationsgerät, dass kein bestimmtes Ziel verfolgt sondern den Fahrer dabei unterstützt, einfach mal „ins Blaue“ zu fahren.
Die Gefühlsebene ist eine Erklärung dafür, warum sich Menschen mit einem Produkt beschäftigen, was objektiv betrachtet nicht die effizienteste Lösung für ihr Bedürfnis darstellt.
Im Ergebnis wurde festgestellt, dass Erlebnisse für Menschen sehr wichtig sind. sie geben unserem Leben einen Sinn und sie machen glücklicher als jeglicher Besitz. Über Dinge möchte man Erlebnisse präsent halten und mit anderen teilen, als Beispiel das erhalten von Urlaubserlebnissen durch Fotobücher und Diashows, bis hin zu sozialen Netzwerken.
Übertragen auf IT-Projekte ergeben sich daraus folgende Fragen, die sich im Zusammenhang mit jeder Neuentwicklung gestellt werden sollten:
1. Warum? Die Frage nach dem Bedürfnis, dass mit dem Produkt befriedigt werden soll
2. Was? Die Funktionalität
3. Wie? Die Frage nach Form und Interaktionskonzept mit dem Produkt im Hinblick auf die bereits festgestellten Bedürfnisse.