Ein Wochenende mit dem Microsoft Band

10. Juli 2015

Ein Vorteil der jährlichen BUILD ist, dass da immer die neuste Technologie vorgestellt wird, die Microsoft im Moment zu bieten hat. Mit ganz viel Glück darf man dann einige Geräte mit nachhause nehmen, um sie ausführlich zu testen. So hat auch das Microsoft Band seinen Weg in unser Büro gefunden. Das Interesse war natürlich groß und alle wollten das Armband gerne mal ausprobieren. Hier ein kleiner Erfahrungsbericht für alle, die vielleicht gerade über einen Kauf nachdenken.

Zunächst ist vielleicht wichtig zu wissen, dass wir das Band in Größe S erhalten haben. An einen Frauenarm passt es damit ganz bequem, bei den zum Testen zur Verfügung stehenden Männern hat es entweder nicht gepasst oder nur, wenn der Verschluss bis aufs Äußere verschoben war. Mit seiner matten schwarzen Farbe und seinem unaufgeregten aber doch modernen Design ist das Band ein nettes Accessoire, dass ergänzt aber nicht zu sehr ins Auge springt. Microsoft empfiehlt, das Display nach unten zu tragen aber das ist Geschmackssache. Da mir das Display besser gefällt als der Verschluss und ich gerne die Zeitanzeige wie bei einer normalen Uhr immer sichtbar haben wollte, habe ich es mit dem Display nach oben getragen. Ein kleines optisches Manko ist die Starre des Displays. An einem schmalen Frauenhandgelenk wirkt das Gerät sehr klobig, da es rechts und links über den Arm drübersteht. Ein biegsames Display wäre hier für eine spätere Version wünschenswert. Ein weiterer Minuspunkt ist, dass man das Display im Ruhezustand bei Sonneneinstrahlung nicht gut erkennen kann. Im Dunkeln ist es dafür sehr hell, was mir persönlich gut gefällt, den Leuten die mit mir im Kino waren vielleicht eher weniger.

Einmal am Arm stört das Band kaum und man gewöhnt sich schnell daran. Trotz der heißen Temperaturen während der Testtage hält sich die Schweißbildung darunter in Grenzen. Zunächst ist es ein bisschen ungewohnt und man befürchtet ständig, das wertvolle Stück zum Beispiel beim Fahrradfahren zu verlieren aber man gewöhnt sich schnell daran, denn der magnetische Verschluss hält wirklich bombenfest.
Zur ersten Inbetriebnahme muss zunächst eine App auf dem Handy installiert werden, damit beide Geräte miteinander kommunizieren können. Die App ist für alle Plattformen verfügbar und funktioniert, zumindest in der iOS Variante, einwandfrei. Mit der App habe ich sehr wenig interagiert und kann sie daher nicht vollumfänglich bewerten aber sie scheint hauptsächlich Berichte über die Fitnessoptionen des Bands zu erstellen. Die Bluetooth Verbindung des Handys muss permanent offen sein, um eine Kommunikation zwischen Handy und Band zu gewährleisten. Nach dem Start fragt das Gerät zunächst nach einer Sprache und dann nach Größe und Gewicht. Dies dient der Bestimmung des Kalorienverbrauches, den das Gerät anhand der Bewegungsdaten ermittelt. Die Bedienung erscheint zunächst einfach, da es nur zwei Knöpfe gibt aber da nur eine sehr rudimentäre Anleitung beiliegt bedarf es einiger Rumprobiererei, bis man mit allen Funktionen zurechtkommt (vor allem wenn man iOS User ist). Es gibt zwar eine ausführliche Anleitung online aber wer hat schon Zeit für sowas?

Das Band hat für mich zwei hauptsächliche Funktionen. Eine davon finde ich unendlich praktisch, die andere weniger. Zunächst mal super ist, dass man sofort durch Vibrieren drauf hingewiesen wird, wenn man eine SMS oder einen Anruf bekommt. Das ist wirklich bahnbrechend für alle Frauen mit großen Handtaschen, die nie mitbekommen, wenn sie angerufen werden. Alle Bekannten die sich in der Testzeit bei mir gemeldet haben waren regelrecht geschockt, wenn ich den Anruf sofort entgegen genommen habe. Allerdings konnte ich leider nicht rausfinden, wie man einen Anruf mit dem Band entgegen nimmt. Lediglich das Ablehnen war sichtbar. Die SMS waren gut lesbar auf dem kleinen Display, wie man E-Mails abruft habe ich leider nicht rausgefunden in der kurzen Zeit. Das Band sagte mir lediglich ich solle es später nochmal versuchen.

Die zweite Funktion ist der Fitnessbereich, inklusive Schrittetracking, Kalorienverbrauch, Schlafüberwachung und Pulsmesser. Das mag für einige interessant sein, für mich ist es eher Spielerei. Zumal die Schrittezählung auch sehr grob geschätzt ist. Übt man eine andere Aktivität aus als Gehen, zum Beispiel Fahrradfahren, muss man diese zunächst über das Menü auswählen und mit der Aktivitätstaste starten und beenden. Für jemanden der täglich mit dem Rad zur Arbeit fährt ist mir das zu aufwändig. Die Schlafüberwachung habe ich nicht genutzt, weil ich mir nicht vorstellen konnte, das Band in der Nacht dran zu lassen. Das ist aber natürlich persönlicher Geschmack.

Im Fazit bietet das Band Funktionen für verschiedene Interessengruppen. Die Vibrationsfunktion für Anrufe, SMS und die Uhr gefallen mir sehr gut und der Preis von 199 $ ist im Vergleich zur Konkurrenz mehr als vertretbar. Ich hoffe, dass bei der Nachfolgerversion, die ja noch in diesem Jahr auf den Markt kommen soll, noch am Design gefeilt wird aber ansonsten ist das Band ein zurückhaltender täglicher Begleiter, der dem technikafinen Besitzer viele Annehmlichkeiten bietet.

Antje

Titelbild Copyright Microsoft