Paradigmen von Windows Phone 7

27. Oktober 2010
Armin

Mehrwert für die Zielgruppe

Die Eingangsfrage bei der Konzeption und dem Design einer Applikation ist immer die nach der Zielgruppe. Windows Phone 7 geht soweit, sogar konkrete Zielpersonen namentlich zu definieren, um einen Menschen im Auge zu haben, für den die Applikation geschaffen wird. Je nach Zielgruppe sollte eingangs ein Mehrwert der Applikation, der auf deren Bedürfnisse angepasst ist, konzipiert werden. Der Mehrwert wird das sein, warum die Applikation überhaupt installiert und dann gerne genutzt wird. Es wird auch das Argument sein, warum Nutzer die Applikation weiter empfehlen werden.

Windows Phone 7:

Personal. Relevant. Connected.

Paradigma “Personal”

Der Gedanke dahinter ist einerseits die persönliche Ansprache der Nutzer, aber anderseits auch der persönliche Impact durch die Nutzer. Wie wird der User hier persönlich angesprochen? Warum sollte ich diese App unbedingt besitzen? Was bringt sie mir persönlich? Werbe- und Bestellapplikation bringen nichts. Die im Internet dazu sogar weitaus komfortabler sind. Mein Handy damit zu belasten macht also keinen Sinn. Es gilt sich also auch die Frage zu stellen, wodurch der User persönlich angesprochen werden könnte. Der persönliche Nutzen für den User ist oberstes Ziel.

Paradigma “Relevant”

Bei der Wahl des präsentierten Contents ist die Relevanz für den User stetig im Auge zu halten. Das bedeutet einerseits Reduzierung auf das Wesentliche und andererseits punktierte Setzung der Inhalte. Bei textüberladenen Applikationen ohne Mehrwert steigt der User aus. Texte gilt es zu komprimieren oder alternativ eine Essenz dessen darzustellen, die weitere Infos auf Wunsch abrufbar machen.

Paradigma “Connected”

Connected meint in ständiger Beziehung zu stehen zu meinem Netzwerk – primär natürlich über das Windows Phone 7. Social-Media-Features sind dabei nur eine Erweiterung dieser Konnektivität. An allen Stellen, wo es möglich ist, sollten zur Erreichung von Konnektivität primär die Funktionen des Windows Phone 7 genutzt werden.

Metro-Design ist:

Modern und Clean. Schnell und in Bewegung. Inhaltsgeladen. Typografisch. Authentisch.

Clean. Leicht. Offen.

Das Design soll leicht und clean anmuten. Clean bedeutet frei von Effekten, kaum Spiel mit Verläufen, klare Farben und klare Unterscheidungen. Leicht wird eine Applikation durch geringe Content-Dichte, durch sinnvoll gesetzte Freiräume und durch gute Screen-Verteilung. Offen ist eine WP7 App, wenn sie in Interaction und Platzverteilung Freiräume lässt.

Bewegt – Starke aber simple Animationen

Das Metro-Konzept mit dem Gedanken “Live in Motion” ist ein bewegtes Konzept, was die Möglichkeiten klarer simpler Animationen gut ausschöpft. WP7 Apps lassen viel Spielraum für Animationen. Die Seitenwechsel vom Panorama-View ins Detail, Bild-Animationen, Die Splashscreens und auch einzelne Typo-Elemente. Wichtig bei Windows Phone 7 Animationen ist Einfachheit und Klarheit, damit gute Akzente sinnvoll gesetzt und auch wahrgenommen werden.

Authentisch durch Einfachheit und befreit von Schnickschnack.

Der Eindruck von Authentizität entsteht bei WP7 durch seine Einfachheit. Schnickschnack und optischer Puderzucker, wie Glossy-Effekte, Hintergrundmuster, Schattenspielereien oder klassische Filter würden diesen Eindruck schwächen. Eine Applikation, die auf optischer Ebene einen MeTo-Effekt in Richtung IPhone hat, wirkt keineswegs authentisch für das WP7. Ein klares Spiel, mit den durch den Metro-Style gegebenen Mitteln, bringt auf der optischen Ebene den Eindruck von Einfachheit und Authentizität: Klare Farben, klare Typo, klare Kontraste und Verzicht auf alle genannten Effekte. Authentisch wird eine Applikation inhaltlich auch durch einen Mehrwert für den Nutzer.

Klares Design durch gut designte Typographie.

Der Metro-Style gibt dem Designer eine gute Palette typographischer Spielmöglichkeiten an die Hand, das es im Sinne der Sache voll auszuschöpfen gilt. Es geht keineswegs darum, immer nur gleichförmig zu bleiben, sondern mit Typo-Spielereien mit allen gegebenen Mitteln durch die fünf verschiedenen Typo-Styles (groß, klein, dünn, dick, normal), die verschiedsten Schrift-Größenunterschiede und durch Setzung von Farbakzenten in der Typo auf den Metro-Style adäquat einzugehen.

Contentgeladen – Reduziert auf Wesentliches. Direkte Content-Interaktion.

Das Metro-Konzept ist inhaltsfokussiert. Der Gedanke liegt in guter Verfügbarkeit, Mehrwertigkeit und Akzentuiertheit des Kontents. Um mit der Applikation zu interagieren bedarf es nur selten zusätzlicher Buttons. Eine Interaktion mit dem auf das Wesentliche reduzierten Content sollte von vorne herein berücksichtig werden. Für den Nutzer wertvollen Content gilt es in den Vordergrund zu stellen. Notwendige Bleiwüsten können mit Zusatzbuttons aufgerufen werden.

Connected – Windows Phone 7 verbindet Menschen miteinander.

Über das Phone selber und über soziale Netzwerke werden Menschen auf kurzem Weg miteinander verbunden. Es gibt vielfältigste Möglichkeiten diese Verbindung herzustellen, zum Beispiel das Phone zur Direktwahl zu nutzen, die Kontakte aus dem Phone nutzen durch „An Freunde senden“-Optionen und Social Media direkt aus der Applikation ansteuern, ohne Umweg auf Websites.

Simplifying  – Windows Phone macht das Leben einfacher.

Vereinfachung und Komfort ist das Hauptanliegen vom Windows Phone 7.  Applikationen, die komplizierte Prozesse aus Websites abbilden schießen also hier klar am Thema vorbei. Reduzierung des Contents ist eine Möglichkeit zur Vereinfachung. Das Leben wird durch schnelle direkte Interaktion und unkomplizierte Prozesse vereinfacht.

Starke Bilder – Bilder werden gemacht, genutzt und zur Verfügung gestellt.

Windows Phone 7 verfolgt die Philosophie mit starken – und auch gerne großen – Bildern zu agieren und damit sehr visuell und emotional zu sein. Es geht einerseits um die Bildlastigkeit der Applikationen selber, aber auch um das Anbinden von Bildmaterial durch den User. Im Hintergrund einer Applikation können starke emotionale Photos wirken. Bei Hintergrund-Bildern ist Gestalterisch darauf zu achten, dass das Bild nicht vom Content ablenkt oder die Lesbarkeit verhindert. Leicht unscharfe Bilder mit wenigen Kontrasten und wenigen Details sind da angebracht, damit sich die Typografie adäquat abhebt.

Orientierung: Auch Karten und Kompass als System.

Das Windows Phone 7 hilft auch bei der Orientierung. Das kann technologisch durch den Kompass, die GPS-Ortung oder auch die Bing-Maps Anzeige realisiert werden. Eine Interaktion mit Karten bietet Mehrwerte durch POIs in Bezug auf meine Position. Dass der User über sein WP7 gefunden wird, versteht sich fast von selbst. Es gilt also die Beziehungen des Users zu seiner Umgebung darzustellen, über Karten oder Augumented Reality.

Kindgerecht und spielerisch: Einfach zu bedienen für Kinder. Aber auch mit spielerischen Möglichkeiten.

Ein interessantes Gedankenspiel und Testfeld wäre es wohl, wenn man Kinder mal mit einer Applikation agieren lässt. Der Lerneffekt wäre möglicherweise sehr hoch. Der Spieltrieb ist aber auch den Erwachsenen nicht fremd. Dieser kann wunderbar genutzt werden, um User zu binden. Spieltrieb z. B. wird angesprochen durch kleine Casual Games oder Spiele jeder Art, aber auch durch Augumented Reality Features oder stark Interaktive Teile einer Applikation.

Prozessoptimiert: In Verbindung mit den täglichen Prozessen als perfekter Assistent.

WP7 verkauft sich mit dem Slogan, dass es das Leben leichter macht, weil es sich perfekt in die täglichen Prozesse integriert. Daher gilt es Wege der Prozessoptimierung zu finden, die angenehm und selbstverständlich rüberkommen, wie reduzierter Content, einfache Prozesse, schnelle Zugriffe und kurze Wege.

Metro-Ikonografie. Die Bildsprache in der Ikonographie ist die anlehnende an die der Pariser Metro.

Klar, einfach, selbsterklärend.  Die Ikonografie des Metro-Styles ist ein wichtiges Elemente. Die Icon-Buttons können sinnvoll im Content platziert werden. Sie ersetzen Worte und müssen nicht mit Bezeichnern kombiniert werden. Ein besonders guter Platz ist die Icon-Leiste, die im Metrostyle vorgesehen ist. Über diese unten oder seitlich angelegte Leiste (je nach Screenorientierung) können Funktionen ausgeführt werden. Neben der Hilfe zur inhaltlichen Strukturierung erhält die Applikation auch eine optische Aufwertung, weil Icons immer mehr ansprechen als reine Texte.